Caroline: Die öffentliche defizitorientierte Wahrnehmung bezüglich des Alter(n)s stimmt nicht.

20 Okt

20.10.2015

Warum ich mit älteren Menschen zusammenarbeite?

Nun, in erster Linie darum, weil mir Alter nichts bedeutet. Wie alt jemand ist, ist für mich genauso (un)wichtig wie das Geschlecht, die Herkunft, die Größe, die Haarfarbe oder die Anzahl der roten Socken im Kleiderschrank. Das Alter ist ja schließlich nur ein Kriterium, einen Menschen zu verstehen – warum sollte ich ihn darauf beschränken?

Oftmals beobachte ich, dass Altern als etwas Negatives betrachtet wird, das es aufzuhalten oder zu bekämpfen gilt. Dass das dazu führt, dass sich ältere Menschen selbst nichts zutrauen oder für (nicht nur medial) unfähig halten, finde ich schade und unnötig. Deswegen bin ich bei den Löwen: um nach außen das Bild zu vermitteln, dass die öffentliche defizitorientierte Wahrnehmung bezüglich des Alter(n)s nicht stimmt. Und auch, um den Löwen selbst das Gefühl zu geben, dass sie gehört werden und wichtig sind. Deshalb bin ich Pädagogin geworden – um Menschen stark zu machen. Bei Älteren sehe ich einen besonders großen Bedarf.

Die gemeinsame Arbeit empfinde ich als sehr bereichernd. Oftmals staune ich ob der Perspektiven der Mitglieder. Ich liebe Biografien, und besonders motiviert es mich, so lebensfrohe, positive Menschen vor mir sitzen zu sehen, die schwierige Situationen durchstehen mussten, aber trotzdem zuversichtlich und ausgeglichen sind. Gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, verbindet zusätzlich.

 

Und wie kam ich zu den Löwen?

Mit Beginn des Masterstudiums musste ich mich für ein Projekt entscheiden, in dem ich zwei Jahre mitarbeiten sollte. Die Löwen waren eigentlich nur meine zweite Wahl, aber letztlich bin ich sehr dankbar für diese Entscheidung der Sterne. Seit Herbst 2010 bin ich nun schon dabei. Als die Löwen aufgrund eines Professurwechsels auf der Kippe standen, fiel mir die Entscheidung nicht schwer – seit März 2013 bin nun Projektleiterin, tatkräftig unterstützt von unserem Orga- und Didaktikfreak Rebekka 🙂

Jede Woche müssen wir erneut ein gutes Mittelmaß finden zwischen pädagogischem Idealanspruch und strukturell bedingten Limitierungen. Ein Projekt ohne jegliches Eigenkapital zu stemmen, noch dazu mit vielen Freiwilligen, die in ihrer Freizeit viel Energie und Zeit in die Löwen stecken, ist kein einfaches Unterfangen. Aber gerade deswegen bin ich stolz auf die Projekte, die wir schon geschafft haben, und zuversichtlich, dass am Ende unseres App-Projektes ein tolles Produkt steht.

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